Sparkassen-Vorstand Holger Schmitz spricht über die kulinarischen Freuden des Lebens.
In dieser Folge dreht sich alles um die geschmacklichen Schätze der Städteregion Aachen. Gemeinsam mit Sparkassenvorstand Holger Schmitz sprechen die LOGO!-Magazin-Redakteurinnen Sarah Hörmann und Sarah Lohmann über prägende kulinarische Erinnerungen, außergewöhnliche Restaurant-Erlebnisse und regionale Spezialitäten. Dabei schwärmt Holger Schmitz von Aachener Printen, belgischen Bieren und dem bunten Treiben auf dem Wochenmarkt. Außerdem verrät er, warum gemeinsames Essen für ihn weit mehr ist als reine Nahrungsaufnahme und wie die Sparkasse Aachen die regionale Gastronomie unterstützt. Eine unterhaltsame Folge voller Genuss, Heimatliebe und persönlicher Anekdoten.
Was Sie wann im Podcast hören können:
- 00:00 Intro
- 01:09 Kulinarische Erinnerungen
- 03:08 Der Geschmack der Region
- 07:12 Fragenhagel
- 09:11 Kulinarik in der Sparkasse
- 10:37 Outro und Ausblick auf nächste Folge
LOGO! auf die Ohren – zum Mitlesen
Sarah Hörmann: Ein herzliches Hallo und willkommen zu unserer neuen Folge. Schön, dass Sie heute wieder dabei sind und uns zuhören. Am Mikrofon sind die zwei Sarahs aus der Logo-Redaktion und unser Gast erneut ist Sparkassenvorstand Holger Schmitz. Vielleicht kennen Sie ihn schon aus der letzten Folge. Herzlich willkommen, Herr Schmitz.
Holger Schmitz: Vielen Dank für die Einladung.
Sarah Lohmann: Heute widmen wir uns einem wunderbaren Thema, das uns vermutlich alle verbindet, und zwar die Liebe zu gutem Essen. Aachen hat eine herrlich leidenschaftliche kulinarische Geschichte. Haben Sie denn zum Beispiel schon von der Poschweck-Revolution gehört?
Holger Schmitz: Ich kenne vor allem den Poschweck selber. Den kaufe ich regelmäßig, aber eher so ein, zwei Mal im Jahr.
Sarah Lohmann: Und dahinter verbirgt sich der Brauch, dass im Mittelalter die Aachener Bäcker den Poschweck verschenkt haben. Das wurde 1846 den Bäckern allerdings zu teuer, sie haben sich dann geweigert. Das hat die Bevölkerung nicht angenommen, sondern die ist dann richtig auf die Barrikaden gegangen. Da wurde eine Revolte gestartet.
Holger Schmitz: Passt zu Aachen.
Sarah Lohmann: So. Aber die Bäcker haben gewonnen. 1888 wurde beschlossen, für den Poschweck wird bezahlt.
Sarah Hörmann: Und um diese Leidenschaft für Essen, die geht es nämlich auch heute. Starten wir mit einer kleinen, ganz persönlichen Spurensuche. Denn wir wissen ja alle, dass der Geschmackssinn auch sehr stark mit Emotionen verknüpft ist. Deswegen Herr Schmitz, welche kulinarische Erinnerung aus Ihrer Kindheit hat Sie dann bis heute geprägt?
Holger Schmitz: Das ist ja bei mir jetzt schon doch ein paar Tage her. Wenn ich dann wirklich die Gedanken schweifen lasse, dann komme ich ganz schnell auf den Geruch und auf den Geschmack von selbstgemachten Pfannkuchen zu Hause. Und das waren dann so richtig dicke Pfannkuchen mit Sauerkirschen aus dem eigenen Garten. Und wenn die Lage gut war, dann gab es auch noch eine Kugel Vanilleeis dazu. Da läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich darüber nachdenke.
Sarah Hörmann: Das glaube ich sofort. Pfannkuchen sind ja auch ein Klassiker. Um jetzt noch ein bisschen in andere Richtung zu gehen – was war denn das außergewöhnlichste Gericht oder Getränk, das Sie jemals gegessen haben?
Holger Schmitz: Ich bin mit meiner Frau – das ist eine kleine Anekdote – hier in Aachen mal essen gegangen in einem sehr schönen italienischen Restaurant. Und da gab es eine Besonderheit, da gab es handgeschriebene Speisekarten. Das war erstmal schwierig zu lesen, weil es Italienisch war und zweitens, weil es handgeschrieben war. Und ich wollte mich natürlich als Grandseigneur und Italien-Urlauber und -kenner ausgeben und habe dann gesagt, ja ich nehme das und war der Überzeugung, es wäre ein Tagliatelle mit besonderem florentinischem Gemüse dazu. Und die kriegte ich dann auch. Im Laufe des Essens habe ich dann festgestellt, dass es keine Tagliatelle war, sondern – ich hatte die Handschrift nicht gut gelesen – da stand nicht Tagliatelle a la Fiorentina, sondern Trippa a la Fiorentina. Und Trippa, das sind Kutteln. Das ist Kuhmagen. Und das ließ sich dann noch anders kauen als eine Tagliatelle. Alles gut, der Wirt hat es aufgelöst. Ich habe auch tapfer zu Ende gegessen, aber das würde ich jetzt nicht nochmal bestellen.
Sarah Hörmann: Wenn Sie es sich aussuchen könnten, wenn Sie die Karte verstehen und komplette Narrenfreiheit haben für einen ganzen Tag – was würden Sie essen?
Holger Schmitz: Ja, da wäre ich relativ konsequent. Ich versuche wirklich jeden Tag drei Mahlzeiten zu essen. Mein Frühstück ist seit langer Zeit Müsli mit frischen Beeren oder Haferflocken. Mittags, wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich mir einen gegrillten Loup de mer, also Wolfsbarsch mit Ofengemüse gönnen. Und abends würde ich dann noch gerne eine Burrata mit Ochsenherztomaten, mit Crema Basilikum, gutem Olivenöl und Meersalz gönnen. Dazu schönes Landbrot. Und der Tag wäre für mich kulinarisch ein absoluter Gewinn!
Sarah Hörmann: Da möchten wir jetzt noch tiefer einsteigen, denn wir sind ja auch in Aachen und dafür möchte jetzt die andere Sarah ein kleines Gedankenexperiment starten.
Sarah Lohmann: Wenn die Städteregion Aachen ein Gericht wäre, welches wäre es?
Holger Schmitz: Also ich würde sicher sein, dann wäre die Städteregion als Gericht rheinischer Sauberbraten, natürlich mit einer Aachener Printensoße. Ich sehe dann dazu gekochte Salzkartoffeln aus dem Aachener Norden und Wurzelgemüse. Das würde eine sehr deftige Mahlzeit machen, aber auch eine sehr ehrliche Mahlzeit mit bodenständigen Zutaten, die Kraft und Energie für den ganzen Tag bringen.
Sarah Lohmann: Klingt wunderbar. Und leitet auch super über zur nächsten Frage. Wenn es ein lokales Produkt aus der Städteregion gibt, das völlig unterschätzt wird – was wäre das?
Holger Schmitz: Die Aachener Printen. Die sind in Aachen und über Aachen hinaus sehr bekannt. Aber ich finde wirklich, das ist so ein tolles Gebäck! Die Tradition der Aachener Printen, die ist so schön und so wichtig. Ich finde, das hätte Weltruhm verdient. Und ich fände gut, wenn ich auf einer Piazza in Rom zum Kaffee auch eine Aachener Printe kriegen würde. Das wäre ein Ziel: die Aachener Printe noch weiter in die Welt zu tragen. Hätte sie verdient.
Sarah Lohmann: Ich finde es toll. Wir haben nämlich gestern auch ein Printen-Tiramisu gegessen. Es war sehr lecker. Es hat ein bisschen nach Weihnachten geschmeckt, fand ich.
Holger Schmitz: Aber ist das nicht toll, der Gedanke Weihnachten das ganze Jahr?
Sarah Hörmann: Daran ist ja nie was falsch. Weihnachten ist etwas, das auch stark mit bestimmten Gerichten verbunden ist, deswegen verbinden wir ja gerade auch das Zimtige mit Weihnachten. Das heißt: Emotionen, positive zu Weihnachten, warum nicht das ganze Jahr über?
Sarah Lohmann: Toller Gedankengang. Da geht direkt meine nächste Frage auch an Sie. Es gibt hier ganz viele tolle Biere. Was ist denn Ihr hopfiger Favorit?
Holger Schmitz: Also Biergenießer kommen hier in der Aachener Region tatsächlich auch wegen der Grenzregion wirklich auf ihre vollen Kosten. Es werden nicht alle Biere, die hier verkostet werden, in Aachen gebraut. Aber gerade mit Blick über die Grenze ist das besonders. Gerade die belgischen Biere, die haben ja viele Starkbiere, auch süßliche Biere, wie Kriek, wo Kirsche mit drin ist. Da kann man sich wirklich mal gut durchtesten mit allen Konsequenzen. Irgendwann muss man eben, wenn die Nadel auf Rot geht, auch aufhören.
Sarah Hörmann: Man muss ja nicht alles an einem Abend testen.
Holger Schmitz: Genau. Und wenn es dann schönes Wetter ist, dann kann man das auf einer Terrasse in Aachen auch wunderbar mal in den Abend reinlaufen lassen.
Sarah Lohmann: Was spielt Essen bei Ihrer persönlichen Entschleunigung für eine Rolle?
Holger Schmitz: Das ist mir wichtig. Da muss ich mich aber auch disziplinieren. Das geht uns, glaube ich, allen so. Dass wir oft durch die schönen Herausforderungen des Alltags auch ein Stück besetzt und aufgefressen sind. Darum versuche ich bewusst, Mahlzeiten zu machen. Ich gehe auch hier mit Kollegen Mittagessen, zumindest wenn es irgendwie einplanbar ist. Hintergrund ist ganz einfach, dass diese Zeit im Austausch mit Familie, mit Freunden, aber auch mit Kollegen, ein enormer Mehrwert ist – und dass dadurch der Körper ein Stück runterkommt und das Essen genießen kann. Und damit man sich auch gesünder ernährt und mehr Energie hat.
Sarah Lohmann: Das ist auch Geselligkeit einfach.
Sarah Lohmann: Nach dem Thema Entschleunigung wollen wir das Tempo noch mal ein bisschen anziehen. Jetzt geht es nämlich weiter zu unserem Fragenhagel, diesmal natürlich zum Thema Kulinarik. Das Prinzip kennen Sie, Herr Schmitz, schon aus der letzten Folge. Ich erkläre es trotzdem noch einmal für unsere Zuhörer. Es kommt jetzt gleich eine kleine Liste an Entweder-oder-Fragen, die Herr Schmitz uns aus dem Bauch heraus beantworten darf, am besten ohne langes Nachdenken. Sind Sie bereit?
Holger Schmitz: Ich bin bereit.
Sarah Hörmann: Wunderbar. Bier aus einer Aachener Brauerei oder aus dem Umland im Dreiländereck?
Holger Schmitz: Gehört Köln zum Dreiländereck? Ich trinke schon gerne Kölsch.
Sarah Hörmann: Wir lassen es gelten, ich bin auch nicht so gut in Erdkunde. Die Beratung im Fachgeschäft oder lieber die eigene Auswahl treffen?
Holger Schmitz: Also die Beratung im Fachgeschäft führt oft schneller zum passenden Ergebnis, gerade wenn es um Kulinarik geht. Und wenn ich Zeit habe, probiere ich auch mal gerne was aus. Aber ich würde schon die Beratung im Fachgeschäft vorziehen.
Sarah Hörmann: Gehen Sie lieber zum Wochenmarkt in Aachen oder in einen Feinkostladen?
Holger Schmitz: Wo ich lieber hingehe, ist grundsätzlich der Wochenmarkt. Der findet hier auch vor der Türe statt. Da kann man auch untertägig kurz reinspringen. Und ich liebe dieses Wuselige, was da so stattfindet. Ich wundere mich über eine 50-Personen-Reihe, die vor dem Backfisch steht – und bin begeistert, dass das so gut angenommen wird.
Sarah Hörmann: Und wollen Sie den Käse lieber aus regionaler Herstellung oder aus den Nachbarländern wie Belgien und den Niederlanden?
Holger Schmitz: Da sage ich ehrlich, die aromatischsten Käsespezialitäten aus den Nachbarländern, vor allen Dingen Belgien, die gehören bei mir auf jeden Fall auf eine Käseplatte.
Sarah Hörmann: Also würden Sie dann doch die Käseplatte mit ein bisschen Auswahl nehmen?
Holger Schmitz: Ja, gerne.
Sarah Hörmann: Ich war ja letztes Jahr auch in den Niederlanden – waren Sie schon mal auf dem Käsemarkt in Gouda? Das war super! Wir waren sogar in diesem Käse-Museum und haben alle jetzt das schöne Zertifikat zum Gouda-Käse-Experten. Nur am Rande. Kann ich nur empfehlen.
Holger Schmitz: Das hat wahrscheinlich 6000 Kalorien gekostet.
Sarah Hörmann: Das war es wert.
Sarah Lohmann: Das war unser Finale im Sprint. Und zum Abschluss des heutigen Gesprächs wollen wir natürlich noch mal kurz auf die Rolle schauen, die Ihr Haus dabei spielt. Wie fördert denn die Sparkasse Aachen regionale Kulinarik?
Holger Schmitz: Also wir kooperieren ja mit zahlreichen gastronomischen Betrieben hier in der Städteregion und informieren über die Angebote im LOGO! Magazin. Das trägt zu zwei Sachen bei. Einerseits reizen wir es etwas an, weil wir Rabatte mit den Anbietern verhandelt haben. Und wir bieten natürlich eine gewisse Visualität. Wir sorgen dafür, dass diese Angebote gesehen werden, weil das LOGO! Magazin natürlich sowohl online in der App, aber immer noch im Print gerne von unseren Kunden durchgeblättert wird.
Sarah Lohmann: Welche Spezialität wünschen Sie sich denn in der Sparkassenkantine?
Holger Schmitz: Die hat tatsächlich ein sehr ausgewogenes Angebot. Was ich aber besonders liebe, das sind saisonale Angebote. So war das unlängst. Im April gab es einen Spargelmonat, da wurde jeden Mittwoch ein Spargelgericht angeboten. Und das war erstens sehr gut portioniert und zweitens preislich attraktiv und geschmacklich auch super.
Sarah Hörmann: Gibt es in der Kantine denn Printen?
Holger Schmitz: Als saisonales Angebot werden Produkte wie Printeneis und auch mal Nachtisch mit Printen verarbeitet. Das wird auch angeboten.
Sarah Hörmann: Da knurrt mir doch direkt der Magen. Ich hoffe, das Mikro hört es nicht. Aber vielen Dank, Holger Schmitz, für diese köstlichen Einblicke!
Sarah Lohmann: Und zu einem perfekten Menü gehört noch ein tolles Dessert. Und das ist unser Vorgeschmack für die Zuhörerinnen und Zuhörer auf unser nächstes Thema. Das heißt „Früh übt sich, es ist nie zu spät“. Und da sprechen wir über Lifelong Learning. Dafür haben wir wieder einen spannenden Gast eingeladen. Freuen Sie sich auf das Gespräch mit Heinz-Willi Laeven, dem Direktor der Direktion Privat- und Geschäftskunden der Sparkasse Aachen.
Holger Schmitz: Vielen Dank. Ich freue mich schon auf die nächste Episode mit dem Kollegen Heinz-Willi.
Sarah Hörmann: Danke Ihnen und bis zum nächsten Mal.
Alle: Tschüss!
